Subbotnik in Zentrum-Süd

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Wahrscheinlich im Jahre 1973 wurden die letzten Altbauten im Bereich der heutigen Schule an der Burgstraße entfernt. Dort wo einst die Garde-du-Corps-Straße (später kurzzeitig Wilhelm-Raabe-Straße) und die Packhofstraße verliefen, waren nach dem Krieg noch einige Gebäude erhalten geblieben.

In einer groß angelegten Aktion wurde der verbliebene Altbestand mit Unterstützung von Soldaten der Roten Armee beseitigt.

Die beiden im Hintergrund sichtbaren Gebäude auf dem Bild oben dürften die Häuser der ehemaligen Garde-du-Corps-Straße 22-24 sein. Die gegenüberliegende Straßenseite ist bereits niedergelegt. Hinter den Häusern befindet sich das noch heute vorhandene Gebäude des Kindergartens der Deutschen Post.

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Ein Blick aus der Berliner Straße in die Garde-du-Corps-Straße, auf die im Abriss befindlichen Gebäude sowie auf die Neubauten der Heilig-Geist-Straße. Das Haus am rechten Bildrand ist ein Altbau in der Packhofstraße. Das Areal wurde später mit einer Schule überbaut.

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Auffällig bei den Bildern sind die Herren, die kaum an Bauarbeiter erinnern. Auch zahlreiche Frauen, Kinder und Jugendliche tauchen häufig auf. Es scheint also ein Arbeitseinsatz gewesen zu sein, an dem sich auch die allgemeine Bevölkerung beteiligt hat.

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Rechts im Bild ist der Kindergarten zu erkennen. Auch die erhaltenen Gebäude Heinrich-Rau-Allee (Am Kanal), Ecke Berliner Straße sind im Hintergrund zu sehen.

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Tatkräftig mit dabei: junge Wehrpflichtige der Roten Armee. Sie waren mutmaßlich trotz der schweren Arbeit froh, einmal aus der Kaserne herauszukommen.

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Welche Funktion die Herren im Vordergrund haben ist nicht bekannt. Das Straßenschild hingegen ist eindeutig: Heinrich-Rau-Allee / Berliner Straße.

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Mit Musik geht bekanntlich alles leichter. Hier die Kapelle der Roten Armee nebst Gulaschkanone. Für die Versorgung der Helfer war also gesorgt.

Zentrum_Süd-Berliner-Brücke

Wenige Jahre später präsentiert sich der freigeräumte Bereich so: das Hochhaus links im Bild und der Riegel rechts wurden auf der neu entstandenen Freifläche errichtet. Besonderer Aufmerksamkeit bedarf die kleine Kreuzung im Vordergrund – die Berliner Brücke im früheren Verlauf der Berliner Straße ist noch vorhanden, obwohl der Stadtkanal bereits verschwunden ist.

fritz_und_peter_08

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Peter Johst sagt:

    Das sind interessante Bilder. Als Jugendlicher war ich genau zu diesem Zeitpunkt an diesem Ort. Den Zivilisten auf diesen Bildern, welche die Skoda-LKW beladen, ging es nicht um einen
    freiwilligen Arbeitseinsatz, sondern mit hoher Sicherheit um die
    Mauersteine. Diese waren, da Mangelware, bei Eigenheim-, Datschen- und Garagenbauer heiß begehrt.
    Ich meine mich sogar erinnern zu können, das das Tun der Zivilisten für eigene Zwecke nicht recht erwünscht war und es zu Diskussionen kam.
    Von den russischen Soldaten haben wir Kinder und Jugendliche so manche Papirossy erhalten und gemeinsam geraucht. Die Soldaten wurden auch beim Abriss der Häuser Burgstraße eingesetzt.
    Für uns Kinder waren diese Abrisshäuser der schönste Abenteuer- spielplatz.
    Schade, viele dieser Häuser wäre erhaltenswert gewesen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Peter Johst

    1. Robert Leichsenring sagt:

      Hallo Herr Johst,

      vielen Dank für die Ergänzung zum Artikel. So bekommen wir einen lebendigen Eindruck eines Zeitzeugen.

      Viele Grüße
      Robert Leichsenring

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